Zwingername

Als sich meine Familie über den Nachnamen meiner zukünftigen Kinder Gedanken machte, kamen die unmöglichsten Titel heraus. Mein Frauchen hat das abgewiegelt und meinte, der Name sollte etwas mit unserer Stadt Hilchenbach oder dem Siegerland zu tun haben. Schließlich stammen wir Kromis ja von hier her. Nach einigen Diskussionen stand fest: "von der Ginsburg" sollte unser Zwinger heißen. Bei der nächsten Schönwetterlage wurde ich ins Auto verfrachtet und es ging zur Ginsburg, einem historischen Wahrzeichen der Stadt.

Dort wurde ich vor das alte Gemäuer platziert und in 100 Stellungen abgelichtet. Monate vergingen, bis unser Zwingernamenantrag mit unseren drei Vorschlägen vom VDH und F.C.I. zurück kam.

Oh Schreck: "von der Ginsburg" abgelehnt,

                     "vom Hilchenbach" abgelehnt,

                     "von der Florenburg" genehmigt und international geschützt.

Na ja, haben meine Leute gedacht, hört sich auch ganz gut an! Aber wo um alles in der Welt ist in Hilchenbach noch etwas von der Florenburg zu finden? An einem sonnigen Sonntag machten wir uns auf Spurensuche nach der legendären Florenburg.

Fazit unserer Spurensuche: Die Florenburg gibt es gar nicht mehr! Im Jahre 1252 wurde der erste Gulden von Deutschland geprägt, dieser war dem Florenzer Floren, späterer  Reichstaler, nachgeahmt. Durch den Besitz des Floren konnte sich Hilchenbach burgähnliche Verhältnisse schaffen. Am 1. Mai 1687 wurde das Dorf Hilchenbach vom Grafen Wilhelm Moritz für 6200 Reichstaler frei  gekauft und  somit selbständiger Flecken. Die Hilchenbacher konnten seit dem einen Bürgermeister selbst wählen und eine Stadtmauer gegen Eindringlinge, Krieg und Seuchen errichten. Die Bewohner wurden zu Bürgern (Burger), wenn sie ehelicher Geburt waren und pro Mann 10 Floren und pro Frau 5 Floren in einem ledernen Eimer an den Fürsten zahlten.

 

Die Stadtmauer ist nie gebaut worden, aber seit dem nennt man die Hilchenbacher auch "Florenburger".